Mandanten-Rundschreiben

Veröffentlicht am 14.03.2014

5. Lohnsteuer

5.1. Lohnsteuerpflicht auch ohne tatsächliche Privatnutzung des Firmenwagens

Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt ein Fahrzeug zur privaten Nutzung zur Verfügung, führt dies beim Arbeitnehmer auch dann zu einem steuerpflichtigen Vorteil, wenn der Arbeitnehmer das Fahrzeug tatsächlich nicht privat nutzt. Der Vorteil ist, wenn ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch nicht geführt worden ist, nach der 1%-Regelung zu bewerten. Dies hat der BFH in einer Reihe von Urteilen vom 21.03. und 18.04.2013 entschieden und damit seine bisherige Rechtsprechung korrigiert. Bisher wurde in derartigen Fällen die tatsächliche private Nutzung des Fahrzeugs vermutet. Der Steuerpflichtige konnte die Vermutung unter engen Voraussetzungen widerlegen. Diese Möglichkeit ist nun entfallen. Die Möglichkeit, die ausschließlich berufliche Nutzung nachzuweisen, besteht künftig nur noch nach der Fahrtenbuchmethode.

5.2. Beitragsübernahme ist Lohn

Beiträge des Arbeitgebers für die Mitgliedschaft seines Geschäftsführers im Golfclub, Sport-, Geselligkeits- oder Freizeitverein führen zu Arbeitslohn. Das hat der BFH mit Urteil vom 21.03.2013 entschieden.

Der BFH führt in seiner Begründung aus, dass die Mitgliedschaft im Golfclub, Sport-, Geselligkeits- oder Freizeitverein auch dann die Privatsphäre des Arbeitnehmers betreffe, wenn sie dem Beruf förderlich sei, weil sich auf diesem Weg Kontakte mit zukünftigen Kunden des Arbeitsgebers anknüpfen oder vorhandene Geschäftsbeziehungen intensivieren ließen.

Ein solcher beruflicher Bezug lasse sich vom privaten Bereich nicht trennen, da er oftmals eine Folgewirkung von privaten Kontakten wie einer gemeinsamen Unterhaltung, dem gemeinsamen Verzehr und der gemeinsamen sportlichen Betätigung im Verein sei oder weil sich aus vorhandenen geschäftlichen Beziehungen private Freundschaften durch eine gemeinsame Mitgliedschaft in Vereinen entwickeln könnten.

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